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REMBE® Kersting GmbH auf der SCHÜTTGUT in Dortmund

REMBE® Kersting GmbH auf der SCHÜTTGUT in Dortmund

 Besuchen Sie uns! 4.-5.11.2015 Stand P21 -6

Brilon, 19. Februar 2014. Mit sieben Auslandsvertretungen und über 150 Mitarbeitern weltweit ist REMBE® der Weltmarktführer für die flammlosen Explosions-druckentlastung sowie der Spezialist für Prozesssicherheit und industrielle Messtechnik. Zweimal jährlich kommen die REMBE® Mitarbeiter der internationalen Niederlassungen zum REX (REMBE® EXchange of Views and Ideas) in Brilon zusammen.

Vom 13. bis 14. 02.2014 wurden die Mitarbeiter über die neuesten technischen  Innovationen informiert. „Besonders wichtig ist es uns, dass auch unsere Mitarbeiter, die nicht immer vor Ort sind, regelmäßig auf den neuesten Stand der Technik geschult werden“,  so Stefan Penno, Geschäftsführer der REMBE® GMBH SAFETY+CONTROL. Nicht nur auf einen persönlichen Austausch von Erfahrungen, sondern auch auf die Vermittlung von Fachwissen durch externe, in Fachkreisen anerkannte Experten legt das Unternehmen großen Wert. So referierte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Schmidt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Experte für die Sicherheit in Chemieanlagen. Er äußerte sich intensiv zum Thema „Risikomanagement“ und verdeutlichte die Notwendigkeit von intelligenten Absicherungskonzepten. „Sicherheit findet nicht nur auf dem Papier statt, sondern ist auch eine ethische Haltung aller Betreiber. Deshalb brauchen Industrieanlagen vermehrt den besten und innovativsten Schutz vor Druck und Explosion“, erklärt Schmidt weiter. Täglich passieren Störfälle in Industrieanlagen, die Menschenleben gefährden. Die Kooperation KIT - REMBE® fördert den regen Austausch mit Studenten und Professoren im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an neuen REMBE® Produkten.

Auch Dipl.-Ing. Richard Siwek, Geschäftsführer der FireEx Consultant GmbH,  zeigte die potentiellen Gefahrenquellen für Staubexplosionen in Betriebsanlagen auf und informierte die Teilnehmer über Möglichkeiten in der Gefahrenanalyse und zu Neuerungen der relevanten Regelwerke. „Der Produktionsprozess muss ständig unter einer fortlaufenden Risikobewertung stehen, damit die Anlage vor unkontrollierten Explosionen sicher geschützt ist“, appellierte Dipl.-Ing. Richard Siwek an die Teilnehmer.

REMBE® liebt es süß!

Ergänzend zu diesen Vorträgen wurden Anwendungsbeispiele aus der Praxis vorgestellt. Francesco Petruzzelli, REMBE® Mitarbeiter aus Italien, zeigte beispielsweise auf, wie er einem Süßwarenhersteller ein ganzheitliches REMBE® Schutzkonzept anbieten konnte. Somit wurden nicht nur die Produktionsprozesse hinsichtlich Staubexplosionen optimal abgesichert, sondern auch die Verladung der LKW. Denn bei der Verladung kann es zu gefährlichen, elektrostatischen Reaktionen kommen, die aber Dank des Briloner Partnerunternehmens KERSTING GMBH SAMPLING+GROUNDING mit Erdungssystemen einfach und sicher vermieden werden.

Die FPAL, eine Gemeinschaft der Öl & Gas Industrie, erleichtert Entscheidern und Einkäufern der Branche die Lieferantenauswahl.

Sämtliche gelisteten Lieferanten durchliefen ein strenges Audit, ausgerichtet an den branchenspezifischen Standards.  REMBE® hat den anspruchsvollen Zertifizierungsprozess erfolgreich gemeistert und ist nun offiziell Mitglied der FPAL.

Mehr Informationen unter: http://www.achilles.com/en/find-your-achilles-community?id=409

 

 

Intelligenter Explosionsschutz muss nicht zwangsläufig teuer oder kompliziert sein. Neue Ansätze und eine innovative Technologie ermöglichen es, Druckwellen und Flammenstrahlen kontrolliert von explosionsgefährdeten Bereichen abzulenken. So werden auf eine effektive Art und Weise Mensch und Maschine vor verheerenden Schäden geschützt. von Dipl.-Ing. Roland Bunse, Till Möhle

Zuerst einmal ist eine Explosion nichts anderes als das rapide Abbrennen eines Stoffes innerhalb weniger Millisekun­den. Besonders gefährlich dabei sind die dadurch freigesetzten Reaktionskräfte, die sich in Form von Flammenstrahlen und Druck­wellen in der Umgebung ausbreiten. Der Vorgang geschieht in einer sehr hohen Geschwindigkeit. Kontrolliertes Handeln im Falle einer Explosion ist somit so gut wie un­möglich, anders als bei einem vergleichswei­se langsam verlaufenden Brandereignis. In diesem Fall lässt sich durch schnelles und richtiges Eingreifen oft Schlimmeres verhin­dern. Betrachtet man die Grundlagen des Explo­sionsschutzes, so müssen lediglich drei Vorrausetzungen erfüllt sein, damit es zu einer Staubexplosion kommt:

- Zum einen wird ein brennbares Medium Staubform benötigt, das zu einer Wolke aufgewirbelt wird

- Zum anderen muss Sauerstoff vorhanden sein, um zusammen mit dem Staub eine explosionsfähige Atmosphäre bilden zu können;

- Abschließend genügt eine kleine Zündquel­le, um das Staub-Luftgemisch zu entzün­den. So kann ein für seine Umgebung ext­rem gefährlicher Feuerball entstehen.

Staubexplosionen verhindern

Es gibt verschiedene Ansätze, um Staubex­plosionen zu verhindern. Diese zielen allesamt darauf ab, einen der drei oben genannten Faktoren zu reduzieren, um die Wahrschein­lichkeit einer staubfähigen Atmosphäre bzw. einer Staubexplosion zu verringern. Beispiele für diese vorbeugenden Maßnahmen sind die Inertisierung von Anlagen und das Vermeiden von wirksamen Zündquellen. Aber auch re­gelmäßige Wartung von Anlagen und Ma­schinen und das Sauberhalten von Oberflä­chen verringern das Risiko einer Staubexplo­sion.

In der Praxis gibt es jedoch zahlreiche An­wendungen, bei denen einer der drei Faktoren nicht, oder nicht im notwendigen Umfang reduzierbar ist. Das Risiko einer Explosion kann selbst nach der Durchführung aller mög­lichen Sicherheitsmaßnahmen nicht absolut ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, Vorkehrungen zu treffen, die im Falle einer Explosion die Auswirkungen auf ein tolerierbares Niveau senken. Diese Vorkehrungen lassen sich unter dem Oberbe­griff „konstruktiver Explosionsschutz" zusam­menfassen.

Unterschiedliche Möglichkeiten

Konstruktiver Explosionsschutz lässt sich auf verschiedene Arten realisieren. Die gän­gigsten Methoden sind nachfolgend aufge­führt:

- Explosionsfeste Bauweise: Bei einer solchen Ausführung muss eine Einrichtung so stabil gebaut werden, dasssie mindestens 10 bar Überdruck standhält.

- Explosionsunterdrückung: Im Falle einer Explosion wird diese in kürzester Zeit de-tektiert. Darauf hin wird ein Löschmittel gezielt ausgeblasen und so die Flammen erstickt. Somit wird die Staubexplosion un­terdrückt.

- Explosionsdruckentlastung: Berstscheiben leiten die bei einer Staubexplosion entste­henden Druckwellen und Flammenstrahlen sicher in die Umgebung ab. Die Berstschei­be wird gemäß der im Betrieb herrschenden Prozessbedingungen ausgelegt und gefer­tigt. Bei einem möglichst niedrigen, spezi­fizierten Druck öffnet die Berstscheibe und gibt ihren Querschnitt, die so genannte Entlastungsfläche, frei. Diese Entlastungs­fläche muss dabei so dimensioniert wer­den, dass eine mögliche Explosion sicher entweichen kann.

- Flammenlose Druckentlastung: Sofern An­lagen oder Komponenten im Inneren von Gebäuden oder in Bereichen stehen, in denen eine freie Druckentlastung und die damit verbundenen Auswirkungen Schä­den verursachen würden, setzt man die flammenlose Druckentlastung ein. Hierbei werden die Druckwellen und Flammen­strahlen von einer über der Berstscheibe angebrachten Flammenfalle zurückgehal­ten, sodass keine Gefährdung der umlie­genden Bereiche besteht, c

- Explosionstechnische Entkopplung: Die Anlagenkomponenten werden im Fall einer Explosion voneinander und vom übrigen Prozess entkoppelt; z.B. durch Rückschlag­klappen. Es wird sichergestellt, dass sich die Flamme durch die Explosion nicht in vor- bzw. nachgeschaltete Einrichtungen überträgt. Der dort befindliche Staub wür­de sich sonst entzünden und so eine Se­kundärexplosion auslösen.

Für die konstruktiven Maßnahmen des Ex­plosionsschutzes ist es unerlässlich, die Rand­parameter und Prozessbedingungen mög­lichst genau zu kennen. So ist es z.B. für die Berechnung der erforderlichen Entlastungs­flächen notwendig, Daten bezüglich der zu schützenden Anlagen und genaue Kennzah­len zu dem vorhandenen Material zu berück­sichtigen.

Intelligente Druckentlastung

Eine freie Druckentlastung darf aufgrund der Druckwelle und des Flammenstrahls nur in freie, gesicherte Bereiche gelenkt werden. Innerbetriebliche Verkehrswege, enge Bebau­ungen oder gar öffentliche Straßen stellen immer wieder eine Problematik bei der Pla­nung und Umsetzung solcher Schutzkonzepte dar. Betreibern bleibt oftmals nichts anderes übrig, als sehr große Gefahrenbereiche mit Sicherheitsabständen um die Installation zur Druckentlastung zu bestimmen. Dieser zusätz­liche Aufwand bedeutet für den Betreiber erhöhte Betriebskosten. Auch lassen sich die als Sicherheitsbereiche gekennzeichneten Areale nicht mehr betrieblich nutzen, da ein Betreten äußerst gefährlich und nicht zulässig ist. Gerade bei Verkehrswegen, die innerbe­trieblich und auch öffentlich genutzt werden, ist eine freie Druckentlastung daher nicht realisierbar. Flammenlose Druckenlastung oder Explosionsunterdrückung sind ideale Schutzkonzepte, um die Auswirkungen einer Explosion so gering wie möglich zu halten. Für manche Anlagenbetreiber ist allerdings auch eine kontrollierte Druckentlastung eine praktikable Alternative.

Problematische Normauslegung

Die Ablenkung der Flammen und Druckwel­len in unkritische Bereiche wird u.a. in der Norm EN 14491 adressiert. Dort wird im An­hang E der Einsatz von so genannten Deflek-tor-Platten genannt. Diese werden so angebracht, dass die Auswirkungen der Explosion in einem Winkel von 45° bis etwa 60° abge­lenkt werden.

Die Norm verschweigt jedoch, dass die Deflektorplatten wegen enormer Rückstoßkräfte mit erheblichem Aufwand gebaut und befestigt werden müssen. Diese Kräfte liegen für einen 20 m3 Behälter in der Größenord­nung von 50 kN (5 to) mit einem Impuls von 25 kNs. Ferner stellen diese Elemente wäh­rend des Normalbetriebes ein massives Hin­dernis dar und beanspruchen wertvolle Be­triebsfläche.

Neue Art der Druckentlastung

Vor diesem Hintergrund hat das Briloner Un­ternehmen Rembe eine neue Art der Druck­entlastung entwickelt. Targo-Vent ist ein speziell für Berstscheiben entwickelter Öff­nungswinkelbegrenzer, der die Druckentlas­tung in definierte Bereiche lenkt.

Das Targo-Vent federt die Berstscheibe dy­namisch, progressiv ab und ist so in der Lage, selbst große kinetische Kräfte elastisch auf­zunehmen. Das Dämpfungselement absor­biert die enormen Rückstoßkräfte der Explo­sionsenergie und lenkt die Explosionsflam­men in die gewünschte Richtung. Je nach Anwendungsbedingungen wird die Flamme in einem definierten Winkel von etwa 30° bis 45° nach oben abgeleitet. So werden die Druckwelle und die Flammenstrahlen in un­kritische Bereiche umgelenkt. Dies wiederum erlaubt es dem Betreiber, die Sicherheitsbe­reiche um seine Entlastungsöffnungen zu minimieren und garantiert eine sichere Be­nutzung der Verkehrswege. Ein weiterer Vor­teil in der täglichen Praxis: Während des Normalbetriebes ist Targo-Vent platzsparend auf der Berstscheibe montiert. Es werden kei­ne aufwändigen Fundamente oder Verstär­kungen benötigt. Das System selbst ist aus wartungsfreien Edelstahlmaterialien gefertigt und verursacht keine weiteren laufenden Kos­ten.

Einfache Nachrüstung

Targo-Vent wird in allen gängigen Berstschei­benabmessungen gefertigt, sodass auch eine Nachrüstung in bestehenden Anlagen prob­lemlos realisiert werden kann. Das System ist in Kombination mit Rembe Berstscheiben und Druckenlastungspanelen gemäß der Atex-Richtlinie 94/9/EC (Atex 114) baumuster-geprüft und zugelassen (FSA 13 Atex 1637). Targo-Vent eignet sich dadurch sowohl als Erstausrüstung für neue Berstscheiben als auch als Nachrüstkomponente für bereits be­stehende Installationen. Der Anwender erhält einen intelligenten Explosionsschutz, der we­der mit hohen Kosten, noch mit einem kom­plizierten Einbau verbunden ist. Druckwellen und Flammenstrahlen, die bei einer Staubex­plosion entstehen, werden in die richtigen Wege gelenkt, um Mensch und Maschine vor verheerenden Schäden zu schützen.

weiter zum TARGO-VENT

EX-Schutz-Forum 2013 in Würzburg – REMBE® stellt das Q-Rohr-3-6T vor, die innovative flammenlose Druckenlastung für Metallstäube

Welche Vorteile bietet die neue Einteilung von EX-Zonen? Welche Auswirkungen hat der technologische Wandel auf den EX-Schutz und welche Lösungen sind verfügbar? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das 1. Ex-Schutz-Forum, das am 13.11.2013 auf der Festung Marienberg in Würzburg stattfand. REMBE® präsentierte in diesem Rahmen die weltweite Neuheit Q-Rohr-3-6T, die flammenlose Druckentlastung für Metallstäube.

Weitere Infos zum Q-Rohr 3

 

Bildquelle: PROCESS

 

 

Schutz vor Staubexplosionen

von Roland Bunse, Dr.-Ing. Johannes Lottermann

Sprühtrocknungsanlagen sind ein ideales Anwendungsgebiet für die Schutzmaßnahme „Explosionsdruckentlastung“. Sie kommen vorzugsweise in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie, z.B. zur Herstellung von Milchpulver oder löslichem Pulverkaffee, zum Einsatz. Die Speisemenge wird in einem Trockenturm mittels Düsen oder rotierenden Scheiben fein zerstäubt. Das pulverartige Erzeugnis wird dann durch Heißgas im Gleich- oder Gegenstrom getrocknet.

Dieser Prozess ist stark explosionsgefährdet, da im Sprühturm aufgewirbelter, brennbarer Staub auftritt. Folglich ist die Atmos­phäre explosionsfähig. Tritt zusätzlich dann eine Zündquelle auf, ist eine Explosion ­unvermeidbar. Aus diesem Grund ist es notwendig, geeignete Schutzmaßnahmen in diesen Anlagen vorzusehen. Dazu gibt es seit Kurzem neue Auslegungsgrund­lagen nach der neuen Richtlinie VDI 2263 Blatt 7, die sich mit dem Brand- und Explosionsschutz an Sprühtrocknungsanlagen befasst (Staubbrände und Staubexplo­sionen – Gefahren, Beurteilung, Schutzmaßnahmen).

In der Richtlinie wird jetzt berücksichtigt, dass diverse betriebliche Einflussfaktoren bei der Sprühtrocknung die Explosions­heftigkeit im Vergleich zu anderen staubführenden Anlagen herabsetzen können. Produktfeuchte, Staubkonzentration und Arbeitstemperatur spielen hierbei eine wesentliche Rolle.

EX-GO-VENT-HYP speziell für hygienisch anspruchsvolle Anwendungen im Bereich der Food- und Pharmaindustrie: Bei Aufstellungen im ­Außenbereich wird durch die optional ­erhältliche, geschlossenzellige Silikonkissen­isolierung eine Ablagerung, bedingt durch Taupunktunterschreitung, vermieden.

Neue, wegweisende Berechnungs­methode: Weniger Volumen bedeutet g­eringere Entlastungsfläche

Der KSt-Wert wird u.a. maßgeblich von der Staubkonzentration beeinflusst. Im Hinblick auf eine praxisgerechte Auslegung der Druckentlastung wird eine für Sprühtrockner realistische Staubkonzentration zu Grunde gelegt. Diese weicht von der ­Konzentration ab, bei der die maximale ­Explosionsheftigkeit zu erwarten ist. Umfangreiche Untersuchungen und Konzentrationsmessungen durch Experten des VDI-Arbeitskreises ermöglichen eine neue, richtungsweisende Berechnungsmethode. Das führt zu signifikanten Reduzierungen der erforderlichen Druckentlastungsfläche, de facto zu kleineren oder zur geringeren Anzahl von Berstscheiben.

Neben diesen sicherheitstechnischen Anforderungen an die Auslegung der Schutzsysteme werden zusätzliche Ansprüche an die Berstscheiben gestellt. Hygienische Aspekte und Anforderungen hinsichtlich der Reinigung stehen hier im Vordergrund.

Da jedes Schutzsystem am zu schützenden Behälter angebracht wird, ist in diesen Bereichen aufgrund der Bildung möglicher Ablagerungen das Risiko unerwünschter Verunreinigungen des Produktes gegeben. Insbesondere bei der Planung von Anlagen zur Herstellung von Babynahrung oder medizinischen Wirkstoffen muss diese Gefahr berücksichtigt werden.

Anspruchsvolle Anwendung in der Food- und Pharmaindustrie

Genau vor diesem Hintergrund wurde die Berstscheibe EX-GO-VENT-HYP speziell für hygienisch anspruchsvolle Anwendungen im Bereich der Food- und Pharmaindustrie entwickelt. Die glatte Oberfläche in Verbindung mit dem patentierten, vollflächigen und angeschrägten Abdichtungskonzept erlaubt den Einsatz dieser Spezialberstscheibe in bislang kritischen Anlagen wie Sprühtrocknern mit/ohne Nassreinigung, Fließbetttrocknern, Filtern und Mischern. Um eine breite Anwendungsakzeptanz in der betrieblichen Praxis sicherzustellen, orientiert sich das Design an den strengen Kriterien der EHEDG (European Hygienic Engineering & Design Group).

Da die EX-GO-VENT-HYP an den Behälterradius angeformt werden kann und unerwünschte Toträume somit vermieden werden, eignet sie sich auch ideal für den Einsatz an zylindrischen Behältern. Bei Aufstellungen im Außenbereich wird durch die optional erhältliche, geschlossenzellige Silikonkissenisolierung eine Ablagerung, bedingt durch Taupunktunterschreitung, vermieden. Temperatur- und Energieverluste werden auf ein Minimum begrenzt. So verbessert die Spezialberstscheibe mit ihrem sanitären Design die Produktqualität und schützt gleichzeitig den Prozess gegen Kontamination und Produktionsausfall.

 

 

„Explosionsschutz ist teuer!“ – Zugegeben: Angesichts der gegenüber Brandereignissen deutlich geringeren Eintrittswahrscheinlichkeit von Explosionsereignissen ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit oft kostenintensiver Investitionen in adäquate Explosionsschutzmaßnahmen nachvollziehbar. Ungeachtet der jedoch ohnehin überflüssigen - da rechtlich geforderten - Diskussion um Sinn oder Unsinn des Explosionsschutzes, relativiert sich die einleitende Zustimmung der Verfasser insbesondere im Hinblick auf die oftmals katastrophalen Ausmaße derartiger Ereignisse. Interessanter ist in dem Zusammenhang jedoch vielmehr die Frage, was unter „adäquaten“ Explosionsschutzmaßnahmen zu verstehen ist? Der vorliegende Beitrag soll dieser Frage anhand von Praxisbeispielen aus dem Bereich staubführender Anlagen nachgehen.

Gemäß TRGS 720 / TRBS 2152 „Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre“ hat der Arbeitgeber im Rahmen seiner Verpflichtungen nach dem Arbeitsschutzgesetz (einschließlich der Gefahrstoffverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung) die Gefährdung seiner Beschäftigten zu ermitteln, bewerten und die notwendigen Schutzmaßnahmen abzuleiten. Hiernach hat er in den ersten Schritten seiner Gefährdungsbeurteilung zu prüfen, ob brennbare Stoffe vorhanden sind und mit der Bildung explosionsfähiger Atmosphären in gefahrdrohenden Mengen zu rechnen ist.

Vorbeugender versus konstruktiver Explosionsschutz

Gleichwohl der Gesetzgeber explizit Maßnahmen zur Vermeidung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphären durch Ersatzstoffe sicherheitstechnischen Vorrang gibt, weiß der versierte Leser um die Praxisrelevanz dieser bevorzugten Schutzmaßnahme. Ein Bäcker benötigt nun einmal Mehl und Zucker zum Backen, ein Kraftwerk verbrennt Kohle und in einem Spanplattenwerk fallen naturgemäß Holzstäube an. Alle diese Stoffe sind  in der Lage, staubexplosionsfähige Atmosphären zu bilden. Explosionsgefahr ist damit in allen o. g.  Beispielen grundsätzlich gegeben.

Kann also gefährliche explosionsfähige Atmosphäre nicht sicher verhindert werden, hat der Arbeitgeber die Wahrscheinlichkeit und Dauer des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre sowie die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins oder der Entstehung wirksamer Zündquellen zu beurteilen. Dieser Beurteilungsschritt ist in der Praxis gemeinhin als „Zoneneinteilung“ bekannt (siehe Tabelle 1).

Was bei der Implementierung von Explosionsschutzmaßnahmen an staubführenden Anlagen, wie zum Beispiel einer Entstaubungsanlage, jedoch häufig vergessen wird ist, dass die Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen nach TRGS 720 (1) 7. letztlich jedoch nur dem  s. g. Zündschutz geschuldet ist.

Exkurs: Risikobasierter, probabilistischer Ansatz

Grundsätzlich sollen die zu treffenden Zündschutzmaßnahmen Zündquellen unwirksam machen bzw. die Wahrscheinlichkeit des Wirksamwerdens verringern. Der Umfang der Explosionsschutzmaßnahmen richtet sich somit nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre (Zone). Dieses probabilistische Konzept basiert auf der vergleichenden Beurteilung des allgemein akzeptierten Restrisikos (RREx), das sich aus einer Kombination des Schadensausmaßes (AS) und der Eintrittswahrscheinlichkeit (PEx) einer Explosion ergibt:

RREx = AS x PEx

Im Fall einer Explosion ist grundsätzlich mit einem nicht akzeptierten Schadensausmaß zu rechnen. Unter der Berücksichtigung, dass die Wahrscheinlichkeit einer Explosion durch die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre (Pg.e.A) und der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer (der gemäß EN 1127 dreizehn) wirksamen Zündquelle(n) (Pw.Z.) gekennzeichnet ist,

PEx = Pg.e.A. x ∑ Pw.Z.

ergibt sich daher die zentrale Forderung:

RREx ~ Pg.e.A. x ∑ Pw.Z. = const.

In der Praxis des Explosionsschutzes werden daher explosionsgefährdete Bereiche bei der Anwendung der Schutzmaßnahme „Vermeiden von Zündquellen“ einzig aus diesen voran genannten Zusammenhängen in Zonen eingeteilt, um Zündquellen wie folgt zu vermeiden:

  In Zone 2 und 22: Zündquellen, die ständig oder häufig auftreten können.

  In Zone 1 und 21: Neben den für Zone 2 bzw. 22 genannten Zündquellen auch Zündquellen, die gelegentlich auftreten können, z. B. bei vorhersehbaren Störungen eines Arbeitsmittels.

In Zone 0 und 20: Neben den für Zone 1 bzw. 21 genannten Zündquellen auch Zündquellen, die selten auftreten können.

Dies unterstreicht im Umkehrschluss, dass die Zoneneinteilung im Falle der Anwendung konstruktiver Explosionsschutzmaßnahmen, die die Auswirkungen einer Explosion auf ein unbedenkliches Maß beschränken, völlig unerheblich ist. Die Auswirkungen einer Explosion in Zone 20 sind schließlich nicht mehr oder minder gefährlich als die in Zone 22.

In der Praxis wären für das v. g. Beispiel eines Entstaubungsfilters, der mit einer flammenlosen Druckentlastung und einer explosionstechnischen Entkoppelung konstruktiv geschützt ist, demnach lediglich Maßnahmen zur Zündquellenvermeidung, nicht aber Zündquellenverhinderung obligatorisch. Im Rohgasbereich des Filters, der üblicherweise als explosionsgefährdeter Bereiche der Zone 20 eingeteilt wird, könnte also theoretisch eine Zellenradschleuse der Gerätekategorie 3D eingesetzt werden, sofern auch diese druckstoßfest und flammendurchschlagsicher geprüft und zugelassen wäre. (Anmerkung der Verfasser: Höchstwahrscheinlich handelt es sich in den meisten Fälle ohnehin um baugleiche Geräte, die dann lediglich mit einer anderen Kennzeichnung in Verkehr gebracht werden).

Der Blick in die Praxis konstruktiv geschützter Anlagen zeigt jedoch, dass trotz Vorhandenseins auswirkungsbegrenzender Maßnahmen stets auch alle (möglichen) Register zur Zündquellenvermeidung gezogen werden.

Überspitzt gesagt wird also beispielsweise selbst bei Filteranlagen, bei denen oftmals nicht zuletzt der (vergleichsweise höher wahrscheinliche) Eintrag externer Zündquellen Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes erfordert, jedes noch so kleine Bauteil in explosionsgeschützter Bauart eingekauft und verbaut, obwohl die Berstscheibe am Gehäuse montiert ist und damit bereits den gesetzlichen Schutz bietet. Im Hinblick auf die vergleichsweise geringere Zündwahrscheinlichkeit innerhalb ihrer Entwurfsparameter arbeitender Geräte (vgl. z. B. EN 13463-1 Einleitung) werden derartige „Konzepte“ ad absurdum geführt. So bewarb beispielsweise ein Hersteller jüngst seine Siloaustragsschnecken der Gerätekategorie 1D als Alleinstellungsmerkmal, gleichwohl die meisten Silos heutzutage ohnehin mittels Berstscheiben druckentlastet werden. Wen verwundert es also, wenn angesichts derartig in die Höhe getriebener Investitionen die einleitende Kosten-Nutzen-Frage des Explosionsschutzes auf den Tisch kommt?

Es steht völlig außer Frage, dass letztlich nur ein „adäquater“ Mix vorbeugender und konstruktiver Schutzmaßnahmen zu einem in sich widerspruchsfreien Explosionsschutzkonzept führen kann. Die „Freiheit“ der Gestaltungen genau dieses „adäquaten“ Explosionsschutz-Mixes ist nach Lesart des Verfasser in der TRGS 720 / TRBS 2152 gemeint, wenn der Gesetzgeber von „geeigneten Kombinationen vorbeugender und konstruktiver Maßnahmen nach sachkundigem Ermessen“ spricht. Unterstützt wird diese Auslegung auch bei genauerer Interpretation der europäischen Richtlinien 94/9/EG (ATEX 114) und 1999/92/EG (ATEX 153). Demnach sind alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um sicherzustellen, dass der Arbeitsplatz, die Arbeitsmittel und die dazugehörigen Verbindungsvorrichtungen so konstruiert, errichtet, zusammengebaut, installiert, gewartet und betrieben werden, dass das Explosionsrisiko so gering wie möglich gehalten wird:

Werden nämlich im Hinblick auf Gleichung 1 die Auswirkungen einer Explosion mittels konstruktivem Explosionsschutz auf ein unbedenkliches Maß beschränkt, ergibt sich unter Beizug des in der betrieblichen Praxis bewährten und in der Fachwelt anerkannten Risikoprofilrasters der VDI-Richtlinienreihe 2263 „Staubbrände und Staubexplosionen: Gefahren, Beurteilung, Schutzmaßnahmen“ nahezu unabhängig von der Eintrittswahrscheinlichkeit ein akzeptables Restrisiko.

Was der konstruktive Explosionsschutz vom vorbeugenden Explosionsschutz lernen kann

Gleichwohl eine Explosion grundsätzlich in allen „Zonen“ zu katastrophalen Auswirkungen und Todesfällen führen kann soll, analog zum vorbeugenden Explosionsschutz, in dem sich der Umfang der Schutzmaßnahmen wie beschrieben nach der „Wahrscheinlichkeit“ (Häufigkeit und Dauer) des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre richtet, abschließend auch für den konstruktiven Explosionsschutz die Frage nach dem Erfordernis eines risikoorientierten Ansatzes aufgeworfen werden. Das Beispiel einer (eigentlich) mittels Explosionsunterdrückung geschützten Anlage, deren Schutzsystem jedoch zum Zeitpunkt der Explosion deaktiviert war, verdeutlicht - wenn auch nur im Ansatz - die Notwendigkeit einer solchen Zuverlässigkeitsbetrachtung.

Es wird in dem Zusammenhang deutlich, dass eine risikoorientierte Kategorisierung des konstruktiven Explosionsschutzes folglich auch im Hinblick auf die „Wahrscheinlichkeit“ (Häufigkeit und Dauer) des Auftretens von wirksamen Zündquellen erfolgen müsste. Im Vergleich zum vorbeugenden Explosionsschutz, bei dem eine Explosion grundsätzlich nicht zugelassen wird, müsste ferner eine auswirkungsbezogene Kategorisierung erfolgen, die das zu erwartende Schadensausmaß berücksichtigt..

Ein erster Ansatz wird hierzu bereits durch die TRGS 721 / TRBS 2152-1 gegeben, wonach die zu ergreifenden Maßnahmen in „Bereichen mit das übliche Maß überschreitenden Explosionsauswirkungen“ in Umfang und Art zu berücksichtigen sind.

In Bereichen, in denen also beispielsweise Versammlungsstätten, Wege mit dichtem Verkehr, Wohnungen und größere Büroräume im gefährdeten Bereich liegen sollten also z. B. nur nicht manipulier- oder deaktivierbare, zugelassene Schutzsysteme zum Einsatz kommen dürfen. Betreiber sollten ferner gerade bei passiven Schutzsystemen, die in der Regel nicht durch den Hersteller installiert und geprüft werden, die Einhaltung der Prüferfordernisse gem. §§ 14 und 15 in Verbindung mit Anhang 4 Abschnitt A Ziffer 3.8 BetrSichV berücksichtigen.

Aufgrund der Erfahrung der Verfasser in der einschlägigen Fachgremientätigkeit dürfte die Erarbeitung, Abstimmung und Validierung geeigneter Beurteilungsmaßstäbe im Expertenkreise einen erheblichen Arbeits- und Zeitaufwand erfordern. Aus diesem Grund wurde daher davon abgesehen, hier näher auf derartige Beurteilungsmaßstäbe zur Kategorisierung konstruktiver Schutzmaßnahmen, respektive autonomer Schutzsysteme einzugehen.

Fazit

In dem Artikel konnten die Zusammenhänge des vorbeugenden und des konstruktiven Explosionsschutzes anschaulich, transparent und im Hinblick auf die deutsche und europäische Rechtslage dargelegt werden. Es wurde nachvollziehbar verdeutlicht, dass ein adäquates Explosionsschutzkonzept, das sich vorrangig auf die Anwendung konstruktiver Maßnahmen (einfachstes Beispiel: Explosionsdruckentlastung in Verbindung mit einer explosionstechnischen Entkoppelung) stützt, den Verzicht auf zusätzliche, in Summe kostenintensiv erscheinender Maßnahmen zulässt. Können Zündquellen in explosionsgefährdeten Anlagen in der betrieblichen Praxis nicht hinreichend sicher vermieden werden, kann folglich eine sicherheitstechnisch wie ökonomisch sinnige Kombinationen vorbeugender und konstruktiver Maßnahmen nach sachkundigem Ermessen Anwendung finden. Dabei obliegt letztlich dem Betreiber, den Umfang vorbeugender, rein eintrittswahrscheinlichkeitsreduzierender Schutzmaßnahmen den eigenen Anforderungen an Ertragssicherheit und störungsfreier Wertschöpfung anzupassen. 

Brilon. 40-jährige Erfolgsgeschichte, 2 Millionen Euro für neue Investitionen: Die Geschäfte laufen bestens für REMBE®. Diese guten Nachrichten sind längst bis ins Wirtschaftsministerium vorgedrungen – also kam der NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin höchstpersönlich in Brilon vorbei, um zum Firmenjubiläum zu gratulieren.

Vor Ort begrüßte REMBE®-Geschäftsführer Stefan Penno am 27.08.2013 den Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Garrelt Duin (SPD), seit 2012 im Amt, besuchte den REMBE®-Firmensitz in Brilon gemeinsam mit Brilons Bürgermeister Franz Schrewe (SPD) und weiteren SPD-Fraktionsmitgliedern. Im Gespräch mit Stefan Penno und der REMBE®-Belegschaft ließ sich der Minister nicht nur die Produktionsstätten zeigen, sondern interessierte sich auch für technische Details der Berstscheibenfertigung.  Nach der Besichtigung des Firmensitzes zeigten sich der Minister und die Delegation beeindruckt von dem Sauerländer Spezialisten für Sicherheit. Am Standort Brilon investiert REMBE® insgesamt rund 2 Millionen Euro in neue Fertigungsverfahren und Lagersysteme sowie Software. Bauliche Erweiterungsmassnahmen, die dem Wachstum des Unternehmens Rechnung tragen, sind ebenfalls geplant.

REMBE® in Feierlaune: Erfolgreicher REX-Abschluss und Jubiläumsfeier

Mehr denn je hat REMBE® also Grund zum Feiern. Und in diesem Jahr war das lang erwartete Sommerfest gleichzeitig die Geburtstagsparty zum 40. Firmenjubiläum. Die Feier bildete wie in jedem Jahr auch diesmal wieder den Abschluss des REX. Vom 4. bis 6. September 2013 trafen sich insgesamt 70 internationale Teilnehmer aus Europa, USA, Asien und Südamerika zum REX, dem vielleicht wichtigsten Termin für alle REMBE®-Sicherheitsexperten, die die Sauerländer Produktpalette rund um Berstscheiben und Explosionsschutz weltweit vertreten. Vorträge zu neuesten technischen Entwicklungen und auf unterschiedliche globale Märkte zugeschnittene Geschäftsstrategien wurden ergänzt durch praxisorientierte „Hands on“-Workshops. Und natürlich geht REMBE® international wieder einmal einen Schritt weiter: „REMBE®s Erfolgsgeschichte ist  beeindruckend“, gratulierte Minister Duin bei seinem Besuch – eine Erfolgsgeschichte, der noch viele Kapitel folgen werden.